Der 1.April rueckt langsam naeher und endlich hab ich meine weitere Reise – zumindest in groben Zuegen - geplant. Als erstes geht es nach Goa: Ostern feiern, am Strand liegen, backpacken, ein bisschen feiern und Hippies bestaunen.
Die erste Huerde beim Reisen ist ja immer die Frage wie man eigentlich hin kommt. Ich habe mich fuer die 12h Uebernacht-Busfahrt entschieden. Danach bin ich sicher urlaubsreif. Wer noch nie den indischen Strassenverkehrt kennengelernt hat, der kann sich das etwa folgendermassen vorstellen: Man wird kraeftig durchgeschuettelt, kommt aber zum Ausgleich nicht so schnell voran und hat ein staendiges Hupkonzert in den Ohren. Aber das alleine waere nicht so spektakulaer. Viel schoener ist, dass der Verkehr sich nach von aussen nicht erkennbaren Mustern selbst regelt: Autos, LKWs, Tuk-tuks, Rikschas, Motorraeder, Fahrradfahrer, Kamele, Ochsenkarren und alles was sich sonst noch schneller als in Fussgeschwindigkeit bewegt faehrt nebeneinander, hintereinander und wenn sie koennten wuerden sie auch uebereinander fahren. Beim Halten an Kreuzungen bockeln die Tuk-tuks auch schonmal aneinander, das hat dann ein bisschen was von Boxauto fahren. Dazu wird fleissig gehupt. Das bedeutet so allerlei von “hoppla hier komm ich” ueber ”ich fahre jetzt gleich vorbei” bis hin zu “vorsicht, ich bin schwer und kann nicht bremsen”. Erstaunlicherweise scheint es nie die Bedeutung “Daemlicher Sonntagsfahrer - verpiss dich von meiner Ueberholspur” zu haben, denn bei allem Chaos bleiben trotzdem alle ganz ruhig und gutgelaunt. Schon allein, weil man sowieso nie schneller als der allgemeine Verkehrsfluss voran kommt. Mehr als 60 km/h sind selbst bei einer Strecke von mehreren hundert Kilometern kaum drin.
Trotzdem verbirgt sich hinter allem natuerlich ein ausgekluegeltes System. Zum Beispiel wie man von unserem Projekt in die Innenstadt kommt: Erstmal laesst man sich vom eigenen Motorrad oder Auto die paar Kilometer bis zur Siedlung am Highway mitnehmen. Wir waren dabei kuerzlich zu dritt auf dem Motorrad und im Jeep waren es ca. 20 Personen: Vorne 4, dann nochmal 4 plus 4 Kinder und hinten der Rest. Am Highway wartet man ca. 20 s und schon steht ein sogenannter 6-seater vor einem. Da sitzt man grundsaetzlich zu 8 drin. Aber die halbe Stunde Fahrt mit Ellenbogen in den Rippen bis zum Rand von Pune nimmt man gerne in Kauf, schliesslich zahlt man auch nur 16 cent. Von da geht es dann weiter mit der Motor-Rikscha bis zum Ziel (offizielle Fuellmenge: 2, bisher selbst erlebt: 9). Fuer mich immernoch der schwierigste Teil, denn irgendwie muss man vor dem Losfahren versuchen sich nicht KOMPLETT ueber den Tisch ziehen zu lassen. Selbst mit gutem Verhandeln zahlen wir viel mehr als manch ein Einheimischer, aber irgendwo ist das ja auch ok. Tja, und schon ist man da! ![]()
Tueren gibt’s bei den Tuk-tuks und Rikschas natuerlich nicht, waere auch viel zu heiss. Also ist man nach den 45 min fuer 30 km komplett mit Staub bedeckt, denn man sitzt eigentlich die ganze Zeit mitten im Strassenverkehr auf Hoehe der Abgase. Ob ich in zwei Monaten 27 Jahre Nichtrauchen aufholen kann wird euch meine Lunge dann hinterher berichten.


